STARTSEITE > Aktuelles
Dem Volksglauben zufolge fliegen am Gründonnerstag die Glocken nach Rom. Zurück kehren sie erst mit dem Gloria in der Auferstehungsmesse am Karsamstag-Abend. Dazwischen rufen die Ratscherkinder mit ihren lärmenden Instrumenten zum Gebet.
Vom Karfreitag bis zum Karsamstag übernehmen lärmende Ratschen die Aufgabe der Kirchenglocken. In Kilb treffen sich die Ministranten morgens, mittags und abends zum Ratschen unterm Kirchturm. Morgens und mittags ziehen sie weiter mit Ihren Ratschen durch den Ort und treffen sich dann im Pfarrtreff zum gemeinsamen Mahl. Die Ministranten kommen nicht nur zum Ratschen zusammen, sondern proben auch für die Osternacht und das gemeinsame Spiel kommt an diesen Tagen nicht zu kurz. Für einen reibungslosen Ablauf sorgen Dvorak Roman und Regina.
Überall hört man in der Karwoche das schnarrende, lärmende Geräusch der Ratschen. Schnarren oder Ratschen, um Lärmbräuche durchzuführen, gibt es schon lange, auch schon in vorchristlicher Zeit.
Ratschen gibt es auch in vielen Formen: die Flügelratsche ist die beliebteste, etwas größer auch als Fahnenratsche bekannt. Schubkarrenratschen werden durch den Ort geschoben und Kastenratschen erhalten durch den Resonanzkörper einen vollen Klang. Turmratschen waren im Kirchturm aufgestellt und riefen wie die Glocken zum Gebet, Brettratschen oder Hammerratschen sind im Aufbau ähnlich und Lärmen mit einem Hammer, der auf ein Brett schlägt. Bei der Klapperratsche handelt es sich um das einzige Modell, mit dem es möglich ist, einen Takt zu schlagen. Daher sind diese besonders häufig bei Ministranten anzutreffen.
17.04.2025